Impulse

Warum?

Ich mag Fragen. Fragen öffnen neue Horizonte, bringen in Bewegung, überraschen, irritieren, stellen In-Frage, hungern nach Antworten. So habe ich es als Kind (fast) jeden Abend im Fernsehen gehört: „Wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? – Wer nicht fragt, bleibt dumm.“ Eine der spannendsten Frage ist da wohl die Frage nach dem Warum. Kinder können ihre Eltern in den Wahnsinn treiben mit einem Fragenhagel, wo sie auf jede Antwort mit der erneuten Frage nach dem Warum reagieren.

Eine Frage, die so fasziniert, und uns auch oft so ratlos und sprachlos macht. Wenn wir in diesen Tage rund um Allerheiligen, Allerseelen und dem Volkstrauertag an unsere Verstorbenen denken, bewegt diese Frage wohl auch viele: Warum? – Warum so früh? Warum mein Sohn/ meine Tochter, meine…? Warum musste das passieren? Warum…? Wie umgehen mit dieser Frage, auf die wir keine Antwort wissen?!

Auch der Papst hat diese Frage auf einer Reise auf den Philippinen gestellt bekommen. Die 12jährige Glyzelle Palomar berichtet dem Papst über ihr Leben als Straßenkind, sie muss unter Tränen abbrechen und fragt den Papst: „Warum lässt Gott so etwas zu?“ – Der Papst nimmt das Mädchen lange in den Arm. Und gibt zu: Das ist die einzige Frage, auf die es keine Antwort gibt. Er versucht nicht, durch eine Antwort das Mädchen zu vertrösten. Der Papst steht zu der Ratlosigkeit dieser Frage. Und tröstet gerade damit. In seiner dann frei gehalten Ansprache sagt der Papst in Bezug auf die Tränen des Mädchens: „Lasst uns lernen, zu weinen wie sie.“ Nur wenn wir fähig sind zu weinen, können wir vielleicht etwas verstehen und fähig werden zu helfen, so der Papst. „Und wenn sie uns fragen: Warum (…)? – dann möge unsere Antwort entweder Schweigen sein oder ein Wort, das aus Tränen geboren ist. Seid mutig, habt keine Angst zu weinen!“

Nach Todesfällen, schweren Unglücken oder anderen Schicksalsschlägen wie schweren Krankheiten und Todesfällen, bleibt oftmals die Frage nach dem Warum. Manche Fragen brauchen keine Antworten, sondern nur das Aushalten. Das Nicht-Beantworten wird dieser Frage gerecht. Der Trost, den wir Menschen mit dieser Warum-Frage spenden können, ist es, gemeinsam diese Frage auszuhalten: in den Arm zu nehmen, zu schweigen, zu weinen, da zu sein, Worte zu sprechen, die aus Tränen geboren sind.

Bernd Overhoff


„Ich laufe, um zurückzublicken“

Ein unerwarteter Gast im Pfarrhaus St. Barbara

 

Einen besonderen Gast hatten wir in der letzten Woche bei uns im Pfarrhaus. Ingo Bujack ist Jakobspilger. Schon zum neunten Mal hat er Wanderrucksack und Schuhe geschnürt, um sich auf den Weg zu machen, genauer gesagt, auf seinen Weg. Die Pyrenäen hat er schon zweimal durchquert. In Santiago de Compostela ist er schon mehrfach eingezogen, bis ans Kap Finesterre ist er gepilgert. All das ist schon eine gewaltige Leistung, wenn da nicht noch eine Kleinigkeit wäre: Ingo Bujack ist 86 Jahre! In diesem Jahr hat er sich die Etappe von Hamburg nach Trier vorgenommen, ein Teil dieser Route, die „Via baltica“, führt dabei auch über Osnabrück. Wo er auf seinem Weg übernachten wird, das weiß er nie so ganz genau. Mal sind es Jugendherbergen, oft aber auch Gemeindehäuser und andere kirchliche Einrichtungen. Über das Forum am Dom ist er dann bei uns im Pfarrhaus der Barbarakirche gelandet – und damit dann auch an unseren Esstisch. „Mit dem Wandern hatte ich nie viel im Sinn“, sagt er am Abend bei einer Flasche Bier, „aber dann, vor zehn Jahren, habe ich das Pilgern entdeckt. Seitdem bin ich jedes Jahr sechs Wochen unterwegs.“ Seine Frau ist nur einmal mit ihm unterwegs gewesen, ansonsten geht er die Strecken meist allein: „So finde ich mein eigenes Tempo. Früher bin ich auch mal weitergegangen, aber heute ist nach 20 km Schluss.“ Und warum tut er das? „Manche pilgern, um in die Zukunft zu blicken und zu planen. Ich gehe nach vorn, um zurückblicken zu können. Im Alter fragt man sich schon; Wen habe ich in meinem Leben verletzt, ungerecht behandelt, oder war zu ungeduldig? Bei manchem kann man sich noch entschuldigen, bei manchem auch nicht mehr. Aber es ist gut, es noch einmal dem Herrgott anzuvertrauen.“ Und nächstes Jahr? „Nächstes Jahr habe ich mir ein Stück vorgenommen, dass mir noch fehlt, der Zubringerweg durch die Schweizer Alpen.“

Buen Camino! Wünscht Diakon Carsten Lehmann


Als ich am letzten Pfingstsonntag in einem Online Gottesdienst, Live eine Mauer einreißen durfte, viel mir meine Lieblingsgeschichte vom selbstsüchtigen Riesen – nach Oscar Wilde wieder ein. Der Riese der seine selbstgebaute Mauer wieder einreißt um die Kinder in seinen Garten zu lassen. Der Sommer hält wieder Einzug und die Wärme und Liebe erhellt seinen Garten. Mich berührt diese Geschichte sehr: sie erzählt von den Kleinsten im Leben, die das hartgewordene Herz eines Großen Riesen zum Schmelzen bringen, seine Herzensmauer einreißen. Davon, dass das Leben schön ist, wenn wir keine Mauern voreinander hochziehen. Dass sich jeder Mensch ändern kann.

Dass Liebe, Lachen, Zutrauen auch mein manchmal hart gewordenes Herz erweichen kann. Dass einer jedem Menschen eine Chance gibt und ohne jedes Vorurteil auf jeden zugeht: das ist Jesus selber. Dass seine Wunden an Karfreitag Wunden der Liebe sind, weil er für mich sein Leben dahingibt, für meine Schuld bezahlt, mit Liebe auf jede Anfeindung antwortet. Und dass auch die kleinste Tat, die diese Welt ein wenig besser macht – wie die, als der Riese den Jungen in den Baum hochhebt – im Himmel Beachtung findet. Ein ganz aktuelles Märchen, eine Aussage voll Glauben, auch für diese momentan so schwierige Zeit der Pandemie und kirchlichen Situation.

Es geht nur gemeinsam. Es geht nur, wenn wir einander sehen. Das, was jede und jeder jetzt besonders braucht. Wir dürfen wissen, wie Jesus uns sieht mit all seiner Liebe. Und wie diese Liebe alles verändert, ja uns mit seinem Geist begeistert und uns stark macht um Mauern einzureisen! Das ist für mich, die Botschaft des Glaubens die ich gerade brauche und erleben möchte, in meiner Kirche, Mauern der Ausgrenzung, des Selbstschutzes, der Angst vor der Zukunft einreißen. Wann haben Sie das letzte Mal Mauern in Ihrem Leben eingerissen? Und was haben sie danach erblickt?

 

Ich erblickte Goldenes…

 

Ihnen einen gesegneten Sonntag und eine gute und einreißende Zeit.

Beste Grüße Diakon Robert Gildehaus


Hirtenbild zum 4. Sonntag der Osterzeit

Bei einer Rückreise von Exerzitien in Taize 2001 sah ich zum ersten Mal dieses Kapitell in der Klosterkirche zu Vézelay (Burgund). Das Bild zeigt das Kapitell einer Säule, zwei Darstellungen des Judas, also des Jüngers, der Jesus verriet. Die erste Seite des Reliefs stellt das Ende des Verräters dar, am Strick. Judas hat sich nach der Überlieferung selbst erhängt. So wie es der Evangelist Matthäus beschrieben hat. Das zweite Relief auf der gegenüberliegenden Seite zeigt Jesus, der Judas über den Schultern trägt wie ein Hirte sein Schaf.  

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Die Sehnsucht Jesus zu sehen

„Wir möchten Jesus sehen“ – So sagen es im Evangelium von diesem Sonntag einige Griechen. 

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Der Kreuzweg – Erinnerung und Vergegenwärtigung

In der Fastenzeit und besonders am Karfreitag ist es Tradition, sich zu Kreuzwegandachten zu versammeln oder auch die verschiedenen Stationen des Kreuzwegs abzugehen. Sie erinnern an das Leiden und Sterben Jesu Christi. In diesem Jahr können die traditionellen Kreuzwegandachten im Dom nicht stattfinden. Alternativ liegen freitags nachmittags im hinteren Bereich des Domes kleine Heftchen aus mit jeweils einer Kreuzwegandacht – zum persönlichen Gebet im Dom, in einer anderen Kirche oder zu Hause.

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Segenszuspruch

Pastor Dirk Meyer über den Blasiussegen und seine ganz eigene Erfahrung, gesegnet zu werden.  

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      Bild: © picture alliance/Godong

An den Mittwochabenden im Advent – 03.12.; 09.12.; 16.12. feiern wir in der Herz-Jesu Kirche einen Wortgottesdienst. Im Zentrum steht jeweils eine adventliche Gestalt mit ihrer jeweiligen Gotteserfahrung. Hier sind die Impulse zu den Personen zu finden:

03.12. „Zacharias – mit Gottes Wirken rechnen“

Hier ist der Text zu Zacharias finden

09.12. „Elisabeth – den göttlichen Lebensfunken im Menschen entdecken“ 

Hier ist der Text zu Elisabeth zu finden.

16.12. „Johannes – auf Jesus schauen“ 

Hier ist der Text zu Elisabeth zu finden.


König der Könige

Ungerader Monat – vierter Sonntag! Das wäre eigentlich wieder ein „besonderer Gottesdienst in St. Barbara“ gewesen. Coronabedingt fällt die besondere Gestaltung dieses Gottesdienstes im Moment aus. Auf die Musik muss trotzdem nicht verzichtet werden.        Anja und Joyce singen und spielen für uns die Lieder, die eigentlich für diesen Gottesdienst vorgesehen war. King of Kings – Der König der Könige, der so ganz anders ist, als alle anderen Könige vorher und später.


Im Impuls macht sich Robert Gildehaus Gedanken darüber, wo der Zusammenhang zwischen Maria "Himmelfahrt" und dem Osterei ist.


„Auf ins Abenteuer“

 

Die „Schulkinder“ der Kita St.Barbara haben einen Trickfilm gemacht. „Auf ins Abenteuer“ lautet der Titel. Passend zum Ferienbeginn verbreitet er gute Laune. Also einfach anschauen und sich freuen! Es lohnt sich.


„Fürchtet euch nicht!“

„Fürchtet euch nicht“ – dieser Satz kommt im Sonntagsevangelium gleich dreimal vor. Aber worum geht es, wenn Jesus seinen Jüngern diesen wichtigen Impuls mit auf den Weg gibt? Welche Angst gilt es zu überwinden? Kann man der Furcht einfach befehlen nicht da zu sein? 

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Zurück zum Alltag?

Nach dem Corona-Lockdown wird in vielen Städten und Ländern diskutiert, ob die Zeit nicht gekommen wäre, die Wirtschaft wieder hochzufahren, alle Kontakteinschränkungen aufzuheben und den Menschen den Weg zu ihrem alltäglichen Leben wieder frei zu schalten. Aber können wir einfach ohne Weiteres zurück zu den alten Gewohnheiten gehen? Natürlich nicht. Die Gefahr neuer Infektionswellen besteht immer noch und wir sind noch weit entfernt von einer Entwarnung. 

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Virtueller Maigang von Maria 2.0

Unter dem Motto "Wir sind die Veränderung" wollten wir was Neues wagen. Nach zwei Gottesdiensten zum alleine-gemeinsam-Beten ist aus dem geplanten Maigang von verschiedenen Kirchen zum Dom ein bewegtes Video geworden - Neuland für uns alle.

Hier der vollständige Link zum Video:

https://www.youtube.com/watch?v=dPyz2RhT3io


Video von Carsten Lehmann zum Gedenktag der Hl. Corona


Das Gebet der KAB

angepasst an die schwierige Situation derzeit. Wir laden ein, es für eigene Gebetszeiten, für Momente der Einkehr und des Innehaltens zu nutzen. 
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Bild: Doris Schug In: Pfarrbriefservice.de
Bild: Doris Schug In: Pfarrbriefservice.de

Eine große Familie!

Liebe Gemeinde,
Im Moment ist Telefon, Mail und womöglich auch die Post nochwichtiger als je zuvor.  
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